JOSH ROSEN, Quarterback, UCLA

27. April 2018 0 Von Dominik Hoch

Runde 1, Pick 10

Geburtsdatum / 10. Februar 1997 (Alter 21 Jahre)

Geburtsort / Manhattan Beach, Kalifornien

Grösse / 1.93m

Gewicht / 99kg

Josh Rosen war gemäss Scouts der beste Quarterback als er die High School beendete und entschied sich für die “University of California, Los Angeles”, oder kurz UCLA, zu spielen. Dort wurde er zum ersten Freshman Starter in der Geschichte der UCLA Bruins und gewann auch Pac-12 Freshman of the Year.

Schnell war klar, dass er das Zeug für eine erfolgreiche NFL Karriere besitzt und Rosen ging seinen Weg im College. Eine Schulterverletzung und später Hirnerschütterungen warfen ihn zwar zurück, an seinem enormen Talent als Quarterback gibt es aber keine Zweifel. Seine Fussarbeit und Wurftechnik machen ihn zum besten reinen Passer im diesjährigen Draft.

Als Rosen in der Nacht von gestern auf heute nach den ersten fünf Picks noch verfügbar war und spätestens nachdem sich die Buffalo Bills mit ihrem “Uptrade” für den anderen Josh, nämlich Josh Allen von Wyoming, entschieden hatten, bestanden reelle Chancen, dass er bei unseren Cardinals landen könnte.

Cardinals Fans wurden zwar noch ein wenig auf die Folter gespannt aber an #10 war es dann so weit und die Cardinals tradeten hoch mit den Oakland Raiders. Anders als noch im Vorjahr, wo man sich nicht bewegte und einem Mahomes und Watson vor der Nase weggeschnappt wurden, war man dieses Mal selbst proaktiv.

Dass sich die Kosten für das Hochtraden absolut im Rahmen halten (Pick 15, Pick 79 und Pick 152) ist besonders erfreulich. Nur die wenigsten hätten vor dem Draft gedacht, dass man einen der Top 4 Quarterbacks so “günstig” bekommen könnte.

Die Reaktionen in den Medien und von den Fans auf die Wahl von Josh Rosen sind mit überwiegender Mehrheit positiv. Wie es aber so ist, besonders auf der Position des Quarterbacks, wird die Zukunft weisen, wie sich Rosen auf NFL Niveau macht und ob das die richtige Entscheidung war. Nach heutigem Wissensstand ist es die Richtige und wir hoffen auf das Beste, auf eine lange, glorreiche Karriere unseres neuen Franchise Quarterbacks Josh Rosen.

Stärken:

  •  Schnelle Auffassungsgabe

  • Versteht die Defense und kann sie besonders Pre-Snap gut lesen

  • Exzellente Fussarbeit und Wurftechnik

  • Bewegt sich gut in der Pocket, schreckt nicht vor dem Pass Rush zurück und behält seinen Blick “downfield”

  • Effizient in seinen Abläufen und mühelose Wurfbewegung

  • Selbstbewusst und Intelligent

  • Kann Verteidiger irreführen mit “Look offs”, “shoulder hitches” und “pump fakes”

Schwächen:

  • Beständigkeit, Schulterverletzung und Hirnerschütterung im College

  • Decision Making und Post-Snap Reads zu inkonsistent

  • Übergeht teilweise die einfache Lösung für spektakulärere Pässe

  • Teilweise zu sehr von sich Überzeugt, probiert Pässe die man nie versuchen sollte

  • “Charakterliche Fragen”

Josh Rosen’s Fussarbeit und Mechanik machen ihn zu einem super Quarterback-Talent. Die grösste Sorge ist dass der Weg zum Erfolg bei Rosen mehr Schritte enthält als bei anderen QBs. Er hat nicht den stärksten Arm, was Pre- und Postsnap Reads und das Werfen mit Antizipation umso wichtiger macht.

Rosen hat die nötige Gelassenheit (Pocket Poise), Genauigkeit und Intelligenz um ein guter NFL Quarterback zu werden. Er muss aber gewillt sein öfter das zu nehmen, was die Defense ihm anbietet. Rosen muss Fragen um seine Führungsqualitäten und “coachability” früh beantworten und einen guten ersten Eindruck hinterlassen, um seine Karriere in die richtige Bahn zu lenken.

Player Comparison: Aaron Rodgers, QB, Green Bay Packers

Das soll nicht heissen, dass Josh Rosen so gut ist wie Rodgers oder dass er es jemals sein wird. Josh Rosen erinnert aber unweigerlich an Aaron Rodgers und zumindest ihre bisherigen Wege, Stärken und Schwächen zu diesem Zeitpunkt sind verblüffend ähnlich.

Auch Aaron Rodgers war ein Star am College und auch ihm wurden charakterliche Schwächen und Arroganz unterstellt. Ebenso standen seine “Arm Strenght”, “zu selbstbewusste Spielweise” und mangelhafte Athletik in der Kritik. Also alles sehr ähnlich wie dieses Jahr bei Rosen. Kommt dazu, dass beide schon zusammen gearbeitet haben und beide auch diesen “meh” Gesichtsausdruck drauf haben…

Bei Aaron Rodgers führte das zu einem Fall bis in die Zwanziger der ersten Runde. Bei Josh Rosen zu einem Fall bis Nummer 10. Kann Rosen auch nur in die Nähe von Aaron Rodger’s NFL Karriere kommen, werden wir viel Freude an ihm haben.

Welcome to the Cardinals, Josh!