Einschätzungen zur aktuellen Lage

6. Oktober 2019 0 Von Dominik Hoch

Ein Viertel der Saison 2019 ist auch schon wieder vorbei und bevor es heute Abend in das zweite Viertel geht, blicken unsere Redakteure und Jan aus unserem Vorstand auf die ersten vier, leider sieglosen, Spiele zurück und geben ihre Einschätzungen zur aktuellen Lage unserer Arizona Cardinals ab.

 


 

Dominik Beran

The good, the bad and the ugly

Fangen wir mit dem Positiven an. Zugegebenermaßen gibt es dort nicht all zu viele Lichtblicke, jedoch einer dieser ist unser neues offensives System. Trotz vieler Zweifler an Kingsbury und dessen System, scheint das neue Konzept Früchte zu tragen. Meine Erwartungen wurden in soweit erfüllt, als dass die Offense nun nicht mehr im unteren Viertel der NFL verweilt.
Ein Grund für die Verbesserung der Offense ist sicher Kyler Murray, der zusammen mit seinem Rookie Kollegen Keesean Johnson, bis dato sehr überzeugende Leistungen bringt.

Kommen wir nun zum Negativen, die Defense. Auch wenn ich persönlich die Defense als Ganzes nicht als schlecht bezeichnen würde, gibt es einige Positionsgruppen, deren Leistungen nicht ausreichen um Spiele zu gewinnen. Allen voran das Passverteidigungskonzept gegen Tight Ends ist ein Problem, welches anfänglich nur nach einer desolaten Passverteidigung der Linebacker aussah, entwickelte sich zu einem generellen defensiven Problem.

Und zu guter Letzt die hässlichen Fehler. Dort gibt es meiner Meinung nach drei konkrete Fehler, die uns bisher unsere Spiele gekostet haben. Zum einen sind das die Strafen, die entweder durch Unkonzentriertheiten (False Start, Offside, ect.) oder Undiszipliniertheiten (Persönliche Strafen) entstehen. Zweitens die verfehlten Field Goals (Spiel gegen die Seahawks) und drittens die unterirdische Leistung unserer Offensive Line (sowohl im Passing Game als auch im Running Game).

 


 

Dustin Wegener

oKay, oKay, not oKay

Da sind wir nun. Ein Viertel der lang ersehnten Regular Season ist vorbei und jeder versucht, verständlicherweise, die 2019er Arizona Cardinals ein zu schätzen.

Bringt man es auf den Punkt, muss man sagen, das Kliff Kingsbury mit seiner Spielphilosophie frischen Wind in die Wüste und die NFL gebracht hat und mit Kyler Murray der erwartet gute Franchise-QB gedraftet wurde.

Wer hat diese beiden Personalentscheidungen eigentlich schlussendlich getroffen?
Glaubt man den Interviews der vergangenen Offseason, hat einen gehörigen Anteil an der Suche nach einem neuen Headcoach sowie an der finalen Kingsburry-Entscheidung niemand geringeres als Michael Bidwell.

Einher mit der Verpflichtung unseres neuen, jungem Headcoach, kam der Draft von Kyler Murray, Kingsburrys Wunschquaterback. In wie weit sich General Manager Steve Keim dafür die imaginären Lorbeeren ernten darf, ist zumindest fraglich.

Nun wie ist die Arbeit von Steve Keim zu bewerten? Der Draft war mit einigen potenziellen Steals erfrischend gut. Aber der Rest der Kaderzusammenstellung ist, trotz des Umbruchs, nicht zufriedenstellend.

Die O-Line ist, wie die letzten Jahre auch schon, katastrophal. Die Secondary ist in vielen Momenten nicht existent. Die Defense ist, mit Ausnahme der drei Linebacker Jones, Hicks und Suggs, gerade mal NFL-Durchschnitt. Verantwortlich dafür ist der Manager der den Kader zusammenstellt. Steve Keim.

Seine Zeit sollte nun m.M.n. in Arizona beendet werden. Zu viele Fehler und Fehleinschätzung von Spielern. Diese waren aber, und das ist das schlimme daran, absehbar. Undisziplinierte Spieler, verletzungsanfällige Spieler, durchschnittliche Spieler. All das wusste Keim vorher, was ihn nicht davon abhielt sie zu verpflichten. Die Gründe dafür kann leider nur er beantworten.

Nun ist die Situation, wie sie ist und man hofft das der Umbruch in den kommenden ein bis zwei Offseasons weiter voran getrieben wird. Nur hoffentlich ohne Keim.

Trotz der angesprochenen Probleme, ist es durch aus realistisch noch 2-3 Siege diese Saison zu feiern. Hoffentlich den ersten am Sonntag gegen die, schlagbaren und angeschlagenen, Bengals aus Cincinatti.

 


 

Valentin Lebrun

Die Welten zwischen Offense und Defense

Kliff Kingsbury zeigt einen guten Willen die Cardinals nach vorne zu bringen. Während unter Wilks vergangenes Jahr keinerlei Struktur in offense und defense zu erkennen war sieht das dieses Jahr glücklicherweise besser aus. Leider ist es so, dass offensichtlich nur eine Seite des Teams glänzt. In der Offense zeigen Kyler Murray und Co. eine ganz gute Leistung trotz einer sehr schwachen O-line. Da ist die defense deutlich hinterher, obwohl es am Anfang der Season nur nach einem kleinen Defizit aussah. Die Passverteidigung an sich ist gar nicht mal übel. Jedoch gibt es in der Offense aller Gegner eine große Bedrohung für die Cardinals, die bisher noch nicht bekämpft werden konnte. Es handelt sich hierbei um die”monströse” und in Arizona scheinbar unbekannte Tight End Position. Ebenfalls eine große Schwäche der defense ist die Laufverteidigung. Fast jeder Lauf und jeder Pass auf den TE endet in einem Big Play für die Offense. Aus Kliffs College Zeiten, ist bekannt, dass er Schwierigkeiten mit der Defense hatte. Ob dies damit zu tun hat bleibt ein Mysterium. Ursache für die defensiven Schwächen könnten aber auch das Fehlen von Patrick Peterson sein, der noch 2 Spiele gesperrt ist.

Neben den guten Entscheidungen beim Draft konnte GM Steve Keim aber kaum gutes verbuchen. Es hat sich auch in der Vergangenheit gezeigt, dass er viele Fehlentscheidungen getroffen hat.
Meiner Meinung nach hätte sein Kopf schon zu Zeiten seines Alkoholexzesses rollen müssen.

An sich sehe ich die Zukunft der Cardinals positiv. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Cardinals in 2,3 Jahren ein Superbowl Team sein könnten vorausgesetzt man kann die O-line und die Defense um einiges aufwerten.

 


 

Andreas

Kliffhanger

Während Kliff’s Offenserevolution dank schwacher Offense Line ausbleibt, lässt unsere Defense jeden TE als Reinkarnation Tony Gonzalez erscheinen. Die Ansätze sind trotz ausbleibenden Erfolgs vielversprechend und aus Murray könnte noch ein ordentlicher QB werden. Wir sind wieder im Steigflug, aber für ganz oben brauchen wir noch paar Flügelschläge mehr.

 


 

Jan Peiler

Neue Saison, alte Probleme

Als wir im die neue Saison gestartet sind waren wir voller Vorfreude. Nun nach 4 Spielen sind einige enttäuscht, ich nur etwas. Kingsbury wirkt auf mich, dass er an seinem Plan arbeitet es aber Zeit braucht. Diese sollte man ihm geben da die Cardinals eine schönere Form Football zeigen als letzte Saison. Kyler macht Mut für die Zukunft, er muss nur mal etwas Zeit bekommen von einer O-Line, an der man noch basteln muss. Wie im letzten Jahr muss der QB mehr um sein Leben rennen, als uns lieb sein kann. Wie im letzten Jahr wird der WR Corps immer dünner durch Verletzungen. DJ bekommt zu wenig gute Blocks für den ein oder anderen langen Lauf und daher geht’s schnell nur noch aufs Passen.

Die Defensive braucht aber auch ein Umbruch. Higgs und Suggs sind gute Verstärkungen, nur benötigen wir mehr davon. Hoffentlich kommt mit der P2 Rückkehr nach Week 6 etwas mehr Sicherheit in die Secondary.

Klar ist noch kein Sieg dabei gewesen, aber ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten vier Wochen über den ein oder anderen Sieg freuen dürfen und dass die gesamte Community wieder was zu feiern hat, nur gebt dem Team noch Zeit, denn das brauchen sie.