ARI @ DAL / GAME REVIEW

ARI @ DAL / GAME REVIEW

27. August 2018 0 Von Dominik Hoch

Arizona Cardinals @ Dallas Cowboys, 27-3

Angetrieben von einer starken Defensivleistung gewannen unsere Arizona Cardinals im AT&T Stadium der Dallas Cowboys mit 27-3. Der dritte Sieg im dritten Spiel für unseren neuen Head Coach Steve Wilks und seine Assistenten. Wie dieser Sieg zustande kam und was es sonst noch über die Geschehnisse aus der Nacht auf heute zu berichten gibt, erfahrt ihr hier.

Etwas überraschend aber völlig nachvollziehbar verzichteten die Arizona Cardinals auf den Einsatz von WR Larry Fitzgerald, RB David Johnson und QB Josh Rosen. Erstere weil man weiss, was man an ihnen hat und keine Verletzung riskieren wollte, Rosen aufgrund einer leichten Handverletzung aus dem Training als reine Vorsichtsmassnahme. Auf der Gegenseite fehlten noch mehr Stammspieler, denn die Offensive Line der Dallas Cowboys ist von grossen Verletzungssorgen geplagt. Aufgrund der Reservespieler in der O-Line entschieden sich die Cowboys dazu, zur Sicherheit auch ihre Starter QB Dak Prescott und RB Ezekiel Elliott nicht einzusetzen. Somit spielte die Cowboys Offense, bis auf einige wenige Ausnahmen, von Anfang an mit der zweiten Garde.

Und das machte sich sofort bemerkbar. Die Offensivbemühungen der Cowboys Offense rund um Backup QB Cooper Rush blieben ohne Erfolg und führten sogleich zu einem “Three & Out”. Besonders LB Deone Bucannon machte in seinem ersten Einsatz dieser Saison auf sich aufmerksam und steuerte insgesamt fünf Tackles, drei Assists und einen Sack zum Erfolg der Defense bei.

Leider offenbarte auch die Cardinals Offense ohne die Leistungsträger David Johnson und Larry Fitzgerald so einige Probleme. Die Starter der Offensive Line schienen zum ersten Mal in dieser Preseason etwas überfordert, insbesondere die beiden Tackles D.J. Humphries und Andre Smith. Dies resultierte nachdem LT Humphries geschlagen wurde und RB Edmonds seinen Chip verpasste im ersten Sack an QB Bradford, allgemein ständigem Druck und zu wenig Zeit. Noch schwieriger wird es, wenn auch die “Skill Positions” nicht wie gewünscht abliefern, wie es gestern in Form von “Drops” der Fall war. Wenig erstaunlich endeten auch die Angriffsbemühungen der Cardinals zu oft in “Three & Outs”.

Dass die Cardinals dennoch deutlich in Führung gingen haben sie ihrer Defense und ihren Special Teams zu verdanken. Die ersten beiden Punts von Andy Lee wurden vom Returner der Cowboys gefumblet und von den Cardinals erobert. Während der erste Turnover lediglich zu einem verschossenen 54-Yard Field Goal Versuch führte, resultierte aus dem zweiten Fumble des Returners ein Touchdown durch Rookie WR Trent Sherfield, der sich den freien Ball in der Cowboys Endzone sicherte.

Die Secondary der Cardinals wird unter HC Wilks deutlich mehr “Zone Concepts” spielen. Dabei werden selbst die Cornerbacks gelegentlich als Blitzer eingesetzt und spielen allgemein vermehrt mit Blick auf den Quarterback. Anstatt wie in “Man Coverage” mit dem Rücken zum Quarterback, haben die Cornerbacks nun eine Chance, den Quarterback “zu lesen”, seine Intention frühzeitig zu durchschauen und richtig zu antizipieren. Wie das geht zeigte CB Patrick Peterson gegen Ende des ersten Viertels, als er einen Pass zur Seite abfangen konnte (“Jumped the Route”) und diesen zur 14-0 Führung in die Endzone trug. Wenig später sollte es gleich nochmals Patrick Peterson sein, der den Cardinals den bereits vierten Turnover bescherte, indem er bei einem Tackle einen Fumble verursachte, welcher von LB Josh Bynes gesichert wurde.

In der Folge ereignete sich wenig, beide Offensiven, jene der Cardinals mittlerweile mit QB Mike Glennon “under center”, taten sich schwer den Ball in Richtung Endzone zu bewegen. Bis auf einen Field Goal Drive, welcher mit einem erfolgreichen 42-Yard Field Goal durch K Phil Dawson abgeschlossen wurde, endeten alle Drives in Punts. Lediglich kurz vor der Pause machte es den Anschein, als könnten die Cowboys die Cardinals Führung verkleinern. Dass es nicht dazu kam und es zur Pause trotzdem 17-0 für die Cardinals stand, war in erster Linie S Budda Baker zu verdanken, der bei 3rd&5 von der Cardinals 15-Yard Linie einen Pass in die Endzone geschickt abfing.

Die Geschichte der zweiten Halbzeit ist relativ schnell erzählt. Gleich zu Beginn stellte RB T.J. Logan seine Schnelligkeit unter Beweis. Ein stark geblockter Laufspielzug ermöglichte T.J. Logans “Touchdown Run” von 59 Yards. Danach folgten neun kombinierte Drives, welche entweder in einem Punt (4x Cardinals, 2x Cowboys) oder Turnover (3x Cowboys) endeten. Die defensiven Backups der Cardinals konnten sich in diversen Situationen auszeichnen und zeigten, dass auf dieser Seite des Balles durchaus Tiefe im Kader vorhanden ist. LB Hodges verursachte einen Fumble, der von S Miller “recovered” wurde. LB Capi verursachte einen Sack/Fumble und eroberte diesen auch gleich noch selbst. S Dixon konnte einen überworfenen Pass von QB White abfangen und somit den achten (!) Turnover des Spiels beisteuern. Aber auch andere Spieler konnten mit gelungenen Aktionen auf sich aufmerksam machen. LB Vontarrius Dora knüpfte an seine Leistungen aus den vorherigen Preseason Spielen an und ging auch in “Jerryworld” im gegnerischen Backfield auf Erkundungsreise. Dabei gelangen ihm drei Sacks, drei QB Hits, zwei Tackles for Loss und ein Forced Fumble.

Die Partie neigte sich bereits dem Ende zu als noch zwei Field Goals erzielt wurden. Das eine auf Seiten der Cardinals durch Rookie Kicker McCrane aus 54 Yards Entfernung. Es war bereits das zweite lange Field Goal des Rookies, welcher auch sonst einen äusserst stabilen Eindruck hinterlässt. Veteran Kicker Dawson dürfte sich auch schonmal sicherer um seinen Job gefühlt haben. Das andere Field Goal der Cowboys kam direkt nach der “Two Minute Warning” und verhinderte den Shutout für die Cardinals. Schade, aber nicht weiter relevant.

Apropos Relevanz: Das ist ja immer so eine Sache mit den Testspielen in der Preseason. Natürlich ist es erfreulich, wenn unsere Cardinals für positive Nachrichten sorgen, besser als die Alternative ist es allemal. Es gilt diese aber richtig einzuordnen, besonders in einem Spiel wie jenem gegen eine “B-Offense” der Cowboys. Genauso wie schwache Leistungen nicht in einer 0-16 Saison resultieren, führen gute Leistungen nicht automatisch zu Playoffs und Super Bowl. Was man aber tun kann, ist die Leistungen der bisherigen drei Spiele als Gesamtpaket zu nehmen, welches uns verhalten optimistisch in die neue Saison gehen lässt.