Meine Pro’s und Con’s zu GMBG On Tour 2018

Meine Pro’s und Con’s zu GMBG On Tour 2018

18. Mai 2019 0 Von Jens Pötsch

Zunächst mal muss man natürlich ganz schön positiv verrückt sein, um mit 8-10 gänzlich unbekannten Leuten einen Urlaub in einem für mich wildfremden Land zu planen. Aber über die Facebook-Gruppe hat man da schon gemerkt, dass das alles wirklich gut durchdacht und organisiert ist und trotzdem noch mit genügend Fragezeichen versehen ist, um auf kurzfristige Ideen, was man machen könnte, zu reagieren.

Für mich war es ab dem ersten Moment, wo ich auf die ersten anderen Jungs getroffen bin einfach genial, wie viel Bock alle auf dieses riesen Erlebnis hatten. Und man hat schnell gemerkt: Im Großen und Ganzen hat es auch menschlich in der Gruppe echt gepasst, auch wenn es natürlich kleinere Meinungsverschiedenheiten gab, wie denn ein Tag mit vielen Lücken verbracht werden soll. Dann wurde z.B. in LA halt die Gruppe aufgeteilt und die eine Hälfte zieht sich College Football rein, die Anderen schauen sich ein bisschen was von der Stadt an.

Für diese Unkompliziertheit innerhalb der Gruppe gibt es das erste Pro.


Das nächste Pro gibt es für die Amis. Wie die sich an jedem Ort, wo wir hin kamen gefreut haben, als wir erzählten, dass wir aus Deutschland kommen für so einen Football-Trip. Das war einfach überragend. Sei es in Las Vegas am Blackjack-Tisch, im Fanshop im Stadion, beim Tailgating oder an der Cardinals-Facility. Selbst in LA wurden wir zunächst von den Chargers-Fans lächerlich gemacht für das Spiel. Aber als wir erzählt haben, dass wir dafür tausende Kilometer angereist sind, fanden sie uns auch cool. Thanks a lot!


Das erste Con gibt es leider für die sportliche Leistung unserer Jungs über den Großteil der beiden Spiele. Rückblickend betrachtet in mindestens 4 der 8 Quarter war das einfach unterirdisch, vor allem die Nicht-Leistung in den Quarters 2-4 in LA gegen die Chargers hat mir trotz des geilen Trips ordentlich die Laune versaut. Dass man gegen die, zugegeben eigentlich auch ziemlich schlechten, Raiders zwei Sekunden vor Schluss durch ein Field Goal verliert war schon hart, aber da hat man denen wenigstens ein Spiel geliefert. In LA spielte man ein wirklich gutes 1. Quarter um danach Mental schon wieder in AZ zu sein.


Bevor ich in den USA war, habe ich mir gedacht, dass es landschaftlich in den bereisten Gegenden, abgesehen vom Grand Canyon und in LA, nicht viel Interessantes zu sehen geben wird, da größtenteils Wüste. Ich bin selten so glücklich gewesen mich getäuscht zu haben. Denn nicht nur an den jeweiligen (Zwischen-) Stops gab es beeindruckendes zu sehen. Nein, selbst die teilweise stundenlangen Fahrten haben mir gezeigt: Auch Wüste kann sehr abwechslungsreich und schön sein. Natürlich waren auch die jeweiligen Sehenswürdigkeiten alle ihren Besuch wert.

Las Vegas: Eine Stadt, in der es auch am Tag auf der Straße durch musikalische Beschallung niemals Ruhe gibt und in der es nachts extrem bunt, hell und teilweise verrückt zugeht.

 

Hoover Dam: Ein beeindruckendes Bauwerk, was den nächtlichen Zauber von Las Vegas erst möglich macht.

 

Phoenix/Glendale: Zu den Sportteams, vor allem den Cardinals, haben die Menschen, trotz sportarten-übergreifenden Misserfolgs in der vergangenen Saison, eine große Anziehungskraft. Sonst lagebedingt für mich jetzt keine schöne und besonders abwechslungsreiche Stadt, aber aufregend, weil es die Heimat unserer Cardinals ist.

 

Monument Valley: Zwei, vermutlich weltbekannte, Motive auf engstem Raum. Zum Einen die beeindruckende (ja das Wort kommt häufig vor) Sicht auf die drei Massive vom Besucherzentrum aus. Zum Anderen die lange Straße, mit den Massiven im Hintergrund, auf der Forrest Gump seinen langen Ost-West-Lauf beendete.

 

Lower Antelope Canyon: Auf engstem Raum die Sicht auf wunderschöne Felsformationen, die die Natur über Jahrtausende geformt hat. Mit Sonneneinstrahlung gab es dort Anblicke und Bilder die aussehen, wie aus einer anderen Welt.

 

Horseshoe Bend: Man sieht so oft Aussichtspunkte, an denen man nur durch Kleinigkeiten erahnen kann, wie die Ausmaße dessen, was man da sieht, überhaupt sind. Hier konnte man nur durch ein kleines Haus und ein Schiff auf dem Fluss erahnen, dass es sich um einen ca. 300m tiefen Einschnitt in die Felswelt der Region handelt.

 

Grand Canyon: Jeder, der es einmal gesehen hat, wird hier mit Freude daran denken, was er dort gesehen hat: Eine überdimensionale Schlucht, mit natürlichen Linien an den Massiven, die eine tausende Jahre alte Geschichte erzählen.

 

San Diego: Die mit Abstand schönste Stadt unserer Tour. Angefangen vom historischen Gaslamp-Quarter, über den Strand des Pazifik, bis hin zu einer wunderschönen Strandpromenade in der Nähe der Innenstadt.

 

Los Angeles: Eine weltberühmte Stadt, die als sehr sehenswert gilt und doch an fast jedem Punkt enttäuscht. Herausnehmen möchte ich an dieser Stelle den Blick vom Griffith Observatory auf die Stadt und den Santa Monica Pier.

 

Für diese im Ganzen allerdings sehr schönen und beeindruckenden Orte gibt es aber natürlich ein fettes Pro. 


Zuletzt noch ein Con für den American way of Life. Jeder kennt die USA als „the land of the free“. Für mich stand vor unserer Tour die Frage: wie drückt sich das für einen deutschen Touristen innerhalb von 2 Wochen aus?

Die Antwort ist so einfach wie hart: Wenn du eine gute Idee hast, kannst du ein völlig unbeschwertes Leben in einem wunderschönen Land führen. Wenn es dir aber daran mangelt oder die Idee nicht so gut war, kannst du auch alles verlieren. Hinaus möchte ich auf den schockierenden Blick auf die Obdachlosigkeit in den verschiedenen Städten, vor allem in SD und LA. In Los Angeles liegen selbst auf seiner berühmtesten Straße, dem Hollywood Boulevard, am helllichten Tag die Menschen auf dem Fußweg. Biegt man in eine Nebenstraße ab sieht man noch schlimmere Zustände. Auch sehr extrem ist es offenbar in Las Vegas. Dort ist es scheinbar so, dass diejenigen, die einem am Spieltisch das Spiel ermöglichen, die Dealer, teilweise nachts außerhalb der Stadt unter der Brücke schlafen. Eine Diskrepanz, die mich sehr mitgenommen hat. 


Trotzdem blicke ich auf wunderschöne zwei Wochen zurück. Mit einer sehr coolen Truppe, einem wunderschönen Land und nicht zuletzt einer großen Dankbarkeit mit der German Birdgang eine Community zu haben, die mir den vielleicht schönsten Urlaub meines Lebens ermöglicht und auch noch verschönert hat. Go Cardinals, go German Birdgang! 

 


 

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