Von der NFL zum College und wieder zur NFL! Die Geschichte des Kliff Kingsbury.

Von der NFL zum College und wieder zur NFL! Die Geschichte des Kliff Kingsbury.

10. Januar 2019 0 Von Valentin Lebrun

In der zweiten Saison in Folge wird bei den Cardinals der Head Coach gewechselt. Während Steve Wilks für viele Gott sei Dank Schnee von gestern ist, gab sich bei der gestrigen Pressekonferenz der neue Head Coach zu erkennen. Die Rede ist von Kliff Timothy Kingsbury. Was sich Michael Bidwill und Steve Keim bei dieser Entscheidung gedacht haben? Man wollte dieses Mal einige Sachen anders machen.

Während Steve Wilks ein Defense minded Head Coach war, ist Kliff (College HC und OC) das genaue Gegenteil davon. Außerdem sollte ein Head Coach her, der bereits Erfahrungen in dieser Rolle sammeln konnte, sei es nun im College oder der NFL. Er bevorzugte zu seiner College Head Coach und Offensive Coordinator Zeit eine Air Raid Offense, die darauf ausgelegt ist, es dem Quarterback so einfach wie möglich zu machen seinen #1 Wide Receiver anzuspielen und als eher agressiv bekannt ist. Diese Taktik findet vor allem bei etwas schwächeren Verteidigungen starken Anklang, wodurch die Offense meistens sehr viele Punkte erzielen konnte. Die Schattenseite unseres neuen HC ist hingegen die Defense, bei Texas Tech wo er zuletzt Head Coach war, musste Kliff insbesondere mit dem Playerrecruitment auf defensiver Seite schwer kämpfen, weshalb er in seiner letzten Saison als Tech Head Coach lediglich einen Record von 5 (Siege) – 7 (Niederlagen), und eine unter .500 Bilanz über seine gesamte Amtszeit, vorweisen kann. Diese Statistik ist mit seiner mangelnden NFL Erfahrung auch der Hauptgrund, der von NFL Experten an Kliff Kingsbury kritisiert wird.

Welche Veränderungen bringt Kliff Kingsbury mit sich?
Kliff Kingsbury ist ein eher emotionaler und recht junger Head Coach, der bisher noch keine NFL Erfahrungen als Coach gesammelt hat. Jedoch überzeugte er in der Vergangenheit mit einer sehr guten Zusammenarbeit zwischen ihm und Quarterbacks. Neben Patrick Mahomes und Baker Mayfield entwickelte er im College auch QBs wie Johnny Manziel oder Case Keenum weiter. Was zuletzt daran lag, dass er selbst als Quarterback in der NFL gespielt hatte, sich somit sehr gut in die Quarterbacks seiner Teams einfühlen konnte und ein gewisses Know How auf dieser Position besitzt. Entscheidend sollte dies insbesondere für unseren Franchise Quarterback Josh Rosen werden, der in seinem Rookiejahr aufgrund von vielerlei Defiziten in der Cardinals Offensive eine verheerende Bilanz vorweisen konnte. Dies dürfte sich auch durch einige Elemente der oben bereits erwähnten Air Raid Offense in manchen Spielzügen bemerkbar machen. Inwiefern sich diese aber bei einer schnelleren und härteren Liga verglichen zu den Collegeteams durchsetzen lässt, bleibt abzuwarten.

Eine ebenfalls sehnlichst erwartete Änderung wird das Defensive Scheme. Wilks wollte eine 4-3 Defense aufs Feld bringen, auf die die Cardinals unter Bruce Arians nie aufgebaut wurde. Dass die Defense allerdings durch die Systemumstellung so schlecht werden würde wie in der Saison 2018, war vorher nicht absehbar. Während eine Top Defense durch die Umstellung von 3 Defensive Linemen und 4 Linebackern auf eine 4-3 Defense sehr schwache Leistungen hervorbrachte, muss der neue Head Coach die logischen Schlüsse ziehen und das ganze wieder zurücksetzen. Dies kündigte Kliff bereits in seienr ersten PK an, weshalb wir uns hoffentlich wieder über eine stabile Defenseleistung der Cardinals in der nächsten Season erfreuen können. Neben Kliff Kingsbury als Head Coach wird aufgrund der schwachen Defense bei Texas Tech mit hoher Wahrscheinlichkeit ein erfahrener Defensive Coordinator Veteran stehen. Über weitere Staff Zugänge halten wir euch natürlich auf dem Laufenden.

Kingsbury erwähnte in der Pressekonferenz seine immer dagewesenen Sympathien zu den Cardinals, während er zu seinen Collegefootball Zeiten ein großer Cardinals Fan war, hat er auch einen persönlichen Bezug zu Kurt Warner. Außerdem erwähnte er bei der großen Fitzgerald Frage wie viel er von ihm hält und wie gerne Kliff mit Fitz zusammenarbeiten würde. Aber seien wir ehrlich… Welcher Head Coach hätte nicht gerne einen Fitzgerald in seinem Team 🙂

Kingsbury ist während seiner Spielerzeit etwas rumgekommen: Während er in der NFL bei Teams wie den Patriots, Saints oder Jets landete, “durfte” er 2006 auch in die NFL Europe. Besonders hierbei ist für uns, dass er ein Jahr in Deutschland für die Cologne Centurions spielte. Seine Spielerzeit beendete er dann 2007 in der Canadian Football League, um dann 2008 bei den Houston Cougars ins Traning Staff einzusteigen. Ebenfalls Erfahrungen konnte er als Offensive Coordinator und QB Coach bei Texas A&M und als Head Coach zuletzt beim College Texas Tech sammeln.

Trotz eines sehr jungen und in der NFL noch unerfahrenen Coaches wirkt Kingsbury wie ein sehr guter “Fit” für die Cardinals. Er wird er mit Sicherheit frischen Wind ins Team bringen und sollte einen starken Einfluss auf die Entwicklung Rosens nehmen. Ein neuer NFL Head Coach ist natürlich immer auch ein gewisses Risiko, allerdings scheint Kliff gut ins Team zu passen. Man kann nicht im ersten Jahr riesen Erfolge erwarten aber mit einer Steigerung verglichen zur vergangenen Season ist zu hoffen.

Hoffentlich konntet ihr einen positiven ersten Eindruck zu Kliff durch diesen Beitrag gewinnen.

Welcome Kliff Kingsbury!