WAS @ ARI / GAME REVIEW

WAS @ ARI / GAME REVIEW

10. September 2018 0 Von Dominik Beran

Washington Redskins @ Arizona Cardinals, 24-6

Vorsichtig ausgedrückt war das gestrige Spiel mehr als ein gebrauchter Tag für unsere Arizona Cardinals. Der Gegner aus Washington schien in allen Lagen des Geschehens die Oberhand zu haben. Also beginnen wir die Probleme chronologisch aufzuzählen, damit diese Fehler nächste Woche in L.A. nicht wieder auftreten – hoffentlich.

Während das erste Viertel ohne Punkte auskam, konnte man bereits hier einige Problemfelder erkennen, die bis zum Ende des Spiels noch offensichtlicher wurden. Zuerst verlor man bereits im ersten Viertel den Kampf an der Line. Sowohl die Offensive Line und vor allem die Defensive Line unserer Cardinals wurden von den jeweilig gegenüberstehenden Linemen dominiert. Um diese erschreckende Feststellung zu untermauern muss man sich die Anzahl der erfolgreichen 3rd Down Versuche anschauen. Unsere Cardinals haben nur 13% ihrer 3rd Downs in ein neues First Down umwandeln konnten, während dieser Prozentsatz der Redskins bei 46% lag.

Im zweiten Viertel wurden schlussendlich die Fehler, die im ersten Abschnitt gemacht wurden, bestraft. Innerhalb von drei gegnerischen Drives erzielten die Redskins drei Touchdowns und brachten sich damit auf die Siegerstraße. Exemplarisch für die oben angesprochene Dominanz steht der zweite Touchdown durch Adrian Peterson. Die Ausgangsposition war folgende: 3rd Down an der ein Yard Line unserer Cardinals. Anstatt der Offensive Line der Redskins und deren Runningback den Weg durch die Mitte zu blockieren, wurde unsere Defensive Line vernichtend geschlagen und Adrian Peterson konnte unberührt in die Endzone spazieren. Jedoch waren diese drei Touchdowns nicht nur ein Ergebnis von Unterlegenheit auf Seiten der Cardinals, sondern auch ein Meisterwerk des Coaching Staffs aus Washington. Sie schafften es durch kluge Spielzugauswahl, fast mit dem Pausenpfiff, den dritten Touchdown im dritten Drive zu erzielen. Vor diesem Zeitmanagement muss man den Hut ziehen.

Nach der Pause drohte das Spiel wieder einzuschlafen. In dieser Phase des Spiels wurden oft die Punter der beiden Teams auf das Feld geschickt. An dieser Stelle muss man einen der wenigen Lichtblicke auf Seiten der Cardinals erwähnen, Andy Lee, unseren Punter. Durch ihn mussten die Redskins häufig innerhalb ihrer eigenen 20 Yard Linie starten. Gegen Ende des dritten Quarters schienen die Cardinals noch einmal aufzudrehen, jedoch wurde diese Drangphase durch eine Interception von Sam Bradford beendet. In dieser Phase des Spiels hatte man das Gefühl die Rosen-Sprechchöre schon durchs Stadion und durch Social Media schallen hören zu können. Den Befürwortern dieser Meinung empfehle ich das Review bis zum Ende zu lesen, denn das letzte Viertel zeigt, warum man Bradford 15 Millionen im Jahr zahlt.

Das letzte Viertel begann, wie das Ende des dritten Viertels, ebenfalls vielversprechend. Doch diesmal schafften es die Cardinals ihre guten Ansätze in Punkte umzumünzen. Nach einem überzeugenden Drive, angeführt durch starke Runs von Viertrundenpick Chase Edmonds und genaue Pässe von Sam Bradford, vollendete David Johnson durch einen 2 Yard Rushing-Touchdown die Bemühungen der Cardinals. Nach einer gescheiterten Two-Point Conversion, gelang es den Cardinals zwar durch eine Fumble Recovery den Ball zurückzubekommen, jedoch wurde der Ball postwendend an die Redskins, durch einen Fumble von Sam Bradford, zurückgegeben. Und somit endet die Partie gegen die Washington Redskins mit 6-24.

Damit eine solche Leistung nicht wieder passiert, muss an folgenden Stellschrauben gedreht werden:

Pre- und Postsnap Penalties: Als Steve Wilks den Job bei den Cardinals antrat, legte er genau auf diese Strafen das Augenmerk und behauptete, dass genau solche Strafen dir das Spiel kosten. Er sollte Recht behalten.
Runstop: Diese Woche war es Adrian Peterson, den man im Laufspiel nicht stoppen konnte. Aber nächste Woche kommt Todd Gurley und das wird nochmal eine Stufe schwerer. Gerade auf Grund dessen muss nächste Woche der Runstop besser werden.
Tiefes Passspiel: Das Problem mit dem Kurzpassspiel ist meiner Meinung nach, dass sich die Verteidiger zu stark auf eben diese kurzen Routen einstellen können, da sie ihrer Meinung nach dem langen Pass nicht so viel Aufmerksamkeit schenken müssen. Deswegen bin ich der Meinung, dass man das eine oder andere Mal ein vertikales Element in das Playcalling einbindet, um eben dem oben angesprochenen Problem Abhilfe zu verschaffen.

Alles in allem viel Luft nach Oben, aber jetzt heißt es Kopf hoch und Blick voraus auf die nächste Begegnung gegen die L.A. Rams.